Bachelor + Master Publishing
811 Bachelorarbeiten, 533 Masterarbeiten, 10.103 Diplomarbeiten

Glottalisierung und Elision von [t] im modernen Englisch

Eine sozialphonetische Studie

Glottalisierung und Elision von [t] im modernen Englisch
Über dieses Buch
  • Art: Magisterarbeit
  • Autor: Frank Lorenz
  • Abgabedatum: Januar 2002
  • Umfang: 67 Seiten
  • Dateigröße: 1,7 MB
  • Note: 1,7
  • Institution / Hochschule: Friedrich-Schiller-Universität Jena Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-7492-8
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-7492-8 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-7492-8 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Lorenz, Frank Januar 2002: Glottalisierung und Elision von [t] im modernen Englisch, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Estuary English, glottaling, Cockney, Received Pronounciation, Soziolinguistik

Magisterarbeit von Frank Lorenz

Zusammenfassung:

Die Arbeit setzt sich mit Estuary English und konkret dem Merkmal des T-Glottaling, also die lautliche Substitution von [t] durch einen Glottisschlag, auseinander, das immer mehr die englische Standardaussprache infiltriert.

Glottaling ist durchaus nicht neu und in bestimmten Lautkontexten sogar jetzt in der Standardaussprache vorzufinden, aber mit der Verbreitung von Estuary English hat es nun sogar Einzug bei den Medien gehalten. Gerade beim Hören von kommerziellen, jugendorientierten Sendern kann man den Eindruck bekommen, [?] sei die eigentlich korrekte Artikulation von /t/.

Diese Arbeit soll dieses Phänomen genauer beleuchten. Eingangs sollen die verschiedenen Akzente, die in der Debatte um einen Standard der englischen Aussprache eine Rolle spielen, aufgezeigt werden. Damit verknüpft sich schließlich die Frage nach Standardisierung und Sprachwandelprozessen in der Gesellschaft.

Zu Estuary English wurden gerade in den letzten Jahren verschiedene Arbeiten geschrieben und Untersuchungen durchgeführt: Sei es an verschiedenen Schulen, in denen die Aussprache von Schülern aufgenommen wurde, oder die Analyse von Nachrichtensendungen. All diese Arbeiten liefern rein statistische Auswertungen und nehmen Glottalisierungen ohne genauere Beschreibung des Phänomens hin.

Diese Arbeit versucht das soziolinguistische Phänomen des T-Glottaling zu beschreiben, doch ein besonderer Interessenschwerpunkt soll die genaue phonetische Analyse des T-Glottaling sein. Wird sonst Glottaling als Substitution von [t] durch [?] beschrieben und als Annahme vorrausgesetzt, soll diese Arbeit zeigen, ob dies tatsächlich ist, was artikulatorisch geleistet wird.

Im empirischen Teil wurde ein Corpus von Radio-Interviews aufgenommen, welches auf das Merkmal der Glottalisierung von [t] untersucht werden soll. Es sollen konkrete Beispiele für Glottalisierungen aufgezeigt werden. Ziel ist aber auch eine soziolinguistisch orientierte Untersuchung, die den Grad der Verbreitung des Phänomens bei unterschiedlichen Sendern der BBC darstellt. Da die Sprache des Rundfunk allgemein als korrekt empfunden wird, ließe dies Rückschlüsse über die Verbreitung und Akzeptanz des Merkmals in der Gesellschaft zu.

Inhaltsverzeichnis:

1. EINLEITUNG 2
2. VARIANTEN DES GESPROCHENEN ENGLISCH 4
2.0 VORBETRACHTUNG - STANDARD ENGLISH 6
2.1 RP - RECEIVED PRONUNCIATION 8
2.2 COCKNEY 11
2.3 ESTUARY ENGLISH 14
3. SPRACHE IN DER GESELLSCHAFT 19
4. ENGLISCH IM RUNDFUNK 22
5. DIE FRAGE NACH EINEM NEUEN STANDARD 24
6. GLOTTALISIERUNG ALS FORM DER ASSIMILATION 26
6.1 ALLGEMEINE ASSIMILATIONSERSCHEINUNGEN 26
6.2 DIE PHONETISCHE ERSCHEINUNG DER GLOTTALISIERUNG 28
6.2.1 CLIPPING 32
6.2.2 ZENTRALISIERUNG 32
7. ESTUARY ENGLISH IN DEN NACHRICHTEN 36
8. EMPIRISCHE CORPUSANALYSE 38
8.1 ZUSAMMENSTELLUNG DES CORPUS 38
8.2 ERWARTETE ERGEBNISSE 40
8.3 GESAMTGESTALT DES CORPUS 40
8.4 FORMEN DER GLOTTALISIERUNG IM CORPUS 41
8.5 VERTEILUNG NACH WÖRTERN 44
8.6 DIE UNTERSCHIEDLICHEN SENDER 47
8.7 SPRECHERSPEZIFISCHE BETRACHTUNG 48
8.8 DER STELLENWERT VON GLOTTALISIERTEM /T/ 50
9. SCHLUßBETRACHTUNG 52
10. ANHANG 54
11. BIBLIOGRAPHIE 61

Automatisiert erstellter Textauszug:

Explosionsverlust. Neben den beschriebenen assimilatorisch bedingten Erscheinungen, kann [t] auch bewußt nicht gesprengt werden. Da beim Explosionsverlust das Explosionsgeräusch fehlt, dieses jedoch das Schallereignis ist, welches wir akustisch bei den Explosiven wahrnehmen, ist [t] zwar vorhanden, aber an sich nicht hörbar. Was hingegen wahrnehmbar bleibt, sind die Transienten der Vokale. Wenn sich die Zunge zur Bildungsstelle des Verschlußlautes bewegt, verändern sich die Formantverläufe des vorangehenden Vokals in bestimmter Weise. D.h. [t̚ ] ist zwar an sich als Konsonant nicht mehr hörbar, man hört aber am vorangehenden Vokal, daß ihm ein [t] gefolgt wäre. Im Gegensatz dazu tritt eine Formantveränderung bei der Realisierung von /t/ als [ʔ] nicht auf, da der koronal-alveolare Verschluß nicht gebildet wurde. Interessant ist diese Unterscheidung insofern, als es Rückschlüsse auf die Sprechverlaufsplanung des Sprechers zuläßt. Bei [t̚ ] wurde offensichtlich der Verschlußlaut noch angestrebt, jedoch nicht vollständig realisiert. Bei [ʔ] hingegen ist davon auszugehen, daß der Sprecher bereits bei der Planung der Artikulationsfolge den Explosiv substituiert hat. In einer weiteren Stufe ist es möglich, daß besonders am Silbenende kein konsonantisches Element mehr nachweislich vorhanden ist. Anstelle einer glottalen Verschlußbildung kommt es in der Phonationsphase des vorangehenden Vokals zu einer erhöhten glottalen Kompression. Durch die erhöhte adduktive Spannung werden die Schwingungen des Vokals unperiodisch, was ihm eine knarrende Geräuschkomponente gibt. Von Elision muß man sprechen, wenn das Schallbild keinerlei Spuren einer möglichen [t]-Realisierung oder Veränderung des [...]

Verschlusses kommt es in der Okklusionsphase zu einem Luftstau hinter der Bildungsstelle im Ansatzrohr. Die Stimmritze ist offen. Wird der Explosiv hingegen glottalisiert, werden die Stimmlippen geschlossen, so daß der Luftstau nur noch unterhalb der Glottis, sprich subglottal erfolgt. Akustisch wahrnehmbar ist dann nur die Lösung des glottalen Verschlusses. Das Explosionsgeräusch des oralen Verschlusses bleibt aus, da es als Konsequenz des Glottisverschlusses zu einer Okklusion ohne Akkumulation von Bildungsluft kam. Bei einer Glottalisierung am Silbenende nach Vokal spricht man, analog dem für das Deutsche typischen festen Einsatz, auch von einem festen Absatz: „Beim harten Absatz enden die Stimmlippenschwingungen durch den festen Glottisschluß; der Ton wird gleichsam durch energisches Zusammenschließen der Stimmlippen abgedrückt.“ ( VON E SSEN 1979: 50) Im Gegensatz zu den im Vorfeld beschriebenen Assimilationserscheinungen, handelt es sich beim T-Glottaling im Englischen nicht um einen durch den natürlichen Sprachfluß bedingten Prozeß, sondern das Phänomen tritt als soziolinguistischer Marker auf, wird also von Sprechern bewußt produziert. Typischerweise sind bei der Erscheinung des Glottaling nur die Fortis-Explosive /p, t, k/ von Glottalisierung betroffen. Dies scheint sprechphysiologisch erklärbar, da bei den entsprechenden vorliegt, wäre es die somit Lenis-Explosiven Stimmlippen ein und durch also größerer den /b, d, g/ meist Gerade Stimmhaftigkeit intervokalisch vibrieren. [...]

Die natürliche Sprache unterliegt Assimilationsprozessen. Da es sich beim Sprechprozeß um einen kontinuierlichen Vorgang handelt, ist auch das entstehende Sprachmaterial ein Kontinuum, in dem Laute fließend ineinander übergehen. Dies geschieht nicht ohne Beeinflussungen untereinander. Da kein Laut isoliert steht, kann seine lautliche Gestalt sowohl von dem vorangehenden, wie auch von dem folgenden Laut mitbestimmt werden. Diese Assimilationen nehmen mit steigender Sprechgeschwindigkeit zu. Grund dafür ist in erster Linie die Trägheit der Sprechwerkzeuge: die Zunge kann sich nicht so schnell zu den angesteuerten Positionen im Mundraum bewegen. Auch das Streben nach sprechphyisiologisch ökonomisierten Abläufen und die natürlich gegebene Redundanz erlauben Reduktionen im Artikulationsverlauf. Aber selbst bei normaler Sprechgeschwindigkeit und präziser Artikulation können Assimilationen auftreten. Im Deutschen ist z.B. Explosionsverlust bei Explosiven vor homorganen Verschlußlauten zu nennen. (Explosionsverlust kann auch bei nicht-homorganen Explosiven auftreten, allerdings begrenzt auf die Gesprächslautung.) Bei Explosionsverlust wird nur der zweite Explosiv gesprengt. Führen wir uns die Bildung eines Explosivs oder Verschlußlautes vor Augen – kompletter Verschluß im Mund- bis Rachenbereich, Anstauung der Luft und schließlich Lösung des Verschlusses mit dem typischen Explosionsgeräusch – wird beim ersten [...]

Arbeit zitieren:
Lorenz, Frank Januar 2002: Glottalisierung und Elision von [t] im modernen Englisch, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Estuary English, glottaling, Cockney, Received Pronounciation, Soziolinguistik

Entdecken Sie mehr zum Thema

diplom.de
Bachelor + Master Publishing

Hermannstal 119 k
22119 Hamburg

Fon: +49 (0) 40 655992-0
Fax: +49 (0) 40 655992-22

Service-Telefon

Rufen Sie uns an:
+49 (0) 40 655992-0

Mo-Fr
09.00-16.00 Uhr

diplom.de in den Medien

Folgen Sie uns bei Twitter & werden Sie diplom.de-Fan bei Facebook!
Schreibtipps unserer Lektoren, Neuigkeiten aus dem Verlagsalltag und das Expertenwissen unserer Autoren als Tweet & Post!
Wir freuen uns auf Sie!

diplom.de BACHELOR + MASTER PUBLISHING

Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Magisterarbeiten, Dissertationen und andere Abschlussarbeiten aus allen Fachbereichen und Hochschulen können Sie bei uns als eBook sofort per Download beziehen oder sich auf CD oder als Buch zusenden lassen. Seit mehr als 15 Jahren ist diplom.de der seriöse, professionelle und erfolgreiche Partner für die Veröffentlichung wissenschaftlicher Abschlussarbeiten.

© Diplomica Verlag GmbH 1996-2011, AG Hamburg HRB 80293 - GF Björn Bedey, USt-IdNr.: DE214910002 - Verkehrsnummer: 12285 - Impressum
Index der Arbeiten - Index der Autoren